Donnerstag, 1. Dezember 2016

Warnung vor dem Bösen

Ich wollte mein Leben in Ordnung bringen. Ich habe kein Problem mit Nacktheit. Aber ich bin ständig müde und rieche nach Putzmitteln.

Verlorene Eier, spirituelle Kurzgeschichten.

"Ich bin in vielerlei Hinsicht nicht individuell, finde das ganz gut, und das macht mich erfolgreich", sagt Ildiko von Kürthy, eine den Fotos nach überraschend gutaussehende Frau, und ihr Name ist auch echt. Sie ist also stolz auf ihre Durchschnittlichkeit.

Sie heiratete in Dunkelblau.
Ihren spröden Ehrgeiz versteckte sie unter einer protestantisch gefärbten Verklemmtheit. Sie wollte wichtig, sie wollte etwas Besonderes sein, gleichzeitig stimmte etwas nicht, vielleicht in ihrer Selbstwahrnehmung, vielleicht war es das Verklemmte, das sie hinderte, wirklich weit nach vorne zu kommen. Das drückte sich schon in ihrem Stil aus: Perlenkette, Oberteile wie aus den fünfziger Jahren, eine Scheu etwas zu tragen, das allgemein als cool galt; die Ponyfrisur, die eckige Brille, die sie auf der Nase hatte. Eine Distinktion, die sich subtil oder unbewusst weigerte, wirklich distinguiert zu sein. Klassenzeichen und Unsicherheit. Und so blieb ihr nur die Rolle der Organisatorin, der am eigentlichen kreativen Prozess nur sekundär Beteiligten, mit Ausflügen nach oben und nach unten; der Chefin, die ihr eigenes Reich zu beherrschen suchte, in einer Form, die ihrer Kontrollsucht angemessen war. Dass um sie herum an ihr gelitten wurde, erkannte sie nicht.



Die Schokolade tut französisch. Dabei schmeckt sie irgendwie ranzig.

Am Morgen sprang dann die Kette ab, als ich über die Kabelbrücke fuhr.

Die Konfliktlotsen irren müde über den Kontaktfriedhof. Serielle Monogamie. Nachfrageschwache Bücher, Mittelpriorisierung. Leistungsloses Einkommen.

Hier werden weitere Kämpfe gemeldet.
"Der Knoten löst sich nicht, my darling/ schade um die Tränen in der Nacht."

Die hält privat, die hat voll die Chiller-Küche
Immerhin weiß ich jetzt wenigstens wieder, was mein Typ ist

Ich könnte nach New York ziehen, eine Amerikanerin daten, und von da aus weiter schreiben.
Über einen Freund, der es mit meiner Freundin trieb. Er saß in meinem Zimmer und wollte mit mir darüber reden. Das hast du dir selbst zuzuschreiben, das sind allerdings seine Worte. Ein Double-bind, das ich schon von ihr, meiner Freundin, kenne. Es macht mich wütend: Ich verliere einen Freund, ich verliere die Frau, die ich liebe, und soll auch noch selbst daran schuld sein! Na danke.

Sie verschwinden im Auto. Die, auf die man immer noch wütend ist. Die anderen, bei denen man einfach nicht weiß, warum sie verschwinden.

Ein ganzer Bahnsteig mit gesenkten Köpfen.
Alle schauen auf ihre Displays.

Alle schauen in die Mülleimer. Die Erfindung des Flaschenpfands ist die Erfindung einer Beschäftigungstherapie für die ganz abgehängte Klasse. Die Erfindung des Flaschenpfands ist die Erfindung einer unteren, parasitären Subindustrie. In jeden Mülleimer wird öfter hineingeschaut, als dass etwas hineingeworfen wird.

Ich wartete geduldig, bis ich mein benutztes Taschentuch entsorgen konnte.

Fristverlängerung. Haubentaucher. Die Expertise von Lichtplanern.

Sie pumpen dich an. Sie entschuldigen sich. Sie telefonieren laut und dramatisch in der U-Bahn-Station. In einer Fremdsprache. Und dann deconnecten sie wieder.

Ein Mann schaffte sich einen Kratzbaum an, obwohl er keine Katze hatte. Er fand, das sehe schmuck aus. Das würde seinem Wohnzimmer gut stehen. Nachts träumte er, dass seine Frau, die neben ihm lag, im Schlaf redete. Sie sagte etwas von "Wir sind Meinung", sie sagte: "Das ist der auslösende Moment", sie sagte "Grünflächenamt".



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