Sonntag, 11. Dezember 2016

Das Seewetteramt Hamburg teilt mit

Ich habe mein Herz verloren, an einer Stelle, an der niemand war. Ich habe mein Herz in der vollkommenen Einsamkeit verloren. In der Wüste der Existenz.

Irgendwie spröde, wie ich auch manchmal
oder wild an den trachtvollen Tagen

in störenden Kleidern, ohne Handwaschgelegenheiten
und ohne Brief, aber was mir bliebe wäre die Musik

Ich probierte ein Kompliment. Kirschcreme. Fahrten. Darum geht es doch: Einmal noch das Mädchen zu kriegen. Einmal noch.




I am Random People, stand auf dem Button an ihrem Revers.
Sie trug vaginaförmige Ohrringe.

Sie zeigte mir ihre Uhr. Sie zeigte nur geringe sexuelle Energie an. Aber, immerhin, sie tropfte. Sonderbewetterung, hieß das. Das Behandlungszimmer hatte sie nicht unter Wasser, sondern konsequent unter Haare gesetzt. Es war erstaunlich, wie sie mich als Patienten betrachtete - oder ich sie. Aber klar, am Ende, bevor es zu Liebe kommen konnte, ging ich wieder. Und nahm irgendein Buch mit.

Konterkultur. Geld ist Geld.

Niemand lernt jemanden kennen, erläuterte sie. Man lernt niemanden kennen, wenn man ins Theater geht. Wenn man sein Auto an der Tankstelle tankt. Wenn man auf eine Lesung geht. In eine Vernissage. Niemand lernt jemanden auf einem Konzert kennen, auf einer Party, im Café. Niemand lernt jemanden auf einer Redaktionssitzung kennen, in einer Garage, auf einem Parkplatz, auf einem Spielplatz, im Sand, am Strand. Niemand lernt jemanden im Museum kennen, auf einer Pressekonferenz, im Stadion, oder auch nur im Bus dorthin. Niemand lernt jemanden auf einer Sonnenbank kennen, in der Umkleidekabine, auf dem Gehweg, im Kiosk, in der Christmette, im Supermarkt, im Kaufhaus. Niemand lernt jemanden im Netz kennen, auf der Uhr, im Weltall. Niemand lernt jemanden auf dem Laufband kennen, im Tunnel, im Musterprozess, auf der Anklagebank, auf dem heiligen Stuhl, in der Zwischenwelt, im Paralleluniversum, in der Nachtapotheke, im Betrieb, auf der Bank, in der Schublade.

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Wir hielten an einer Straßensperre. Noch aus dem Wagen heraus verhandelten wir mit den wie üblich stoischen Sicherheitsbeamten, die schwarze Baseballkappen unterschiedlicher amerikanischer Teams trugen. Ich wedelte mit meinem Presseausweis, Alea gab sich als Tourismusbeauftragte zu erkennen, aber viel weiter kamen wir nicht. Also parkten wir am Abgrund, stiegen aus, schauten uns um. Die Zeit wurde weich, so heiß war es. Strahlend blauer Himmel. Über den Bergen jedoch sah es ganz anders aus. Eine gigantische Rauchsäule streckte sich in die Höhe, was ein wenig aussah, als hinge eine gigantische Jogginghose aus dem All herunter. Oben in den Bergspitzen brannte es fürchterlich. Mehrere Löschflieger waren im Einsatz. Wendige Sportflugzeuge mit Bäuchen, die Meerwasser aufsaugten und auf die brennenden Wälder sprühten, was sich ein wenig ausnahm, als würden Touristen versuchen, die Brände auszupusten oder mit kleinen, grünen Gießkannen für den Balkon zu löschen.





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