Dienstag, 11. Oktober 2016

Endloser Beginn

Im Radio läuft klassische Musik. Man kann Räume beschreiben, aber keine Schmerzen. Die Frage ist: Am Pol der Ohnmacht, kann es da einen Glanz geben? Zu verhandeln ist auch der unbedingte Zusammenhang von Geld und Text. Die Beschriftung der Fassaden. Die verlorene Blickrichtung. Die psychotische Angst vor Selbstauslöschung, die rational zu bekämpfen ist. Die antibürgerlichen Lebensstile: Und wenn das nicht geht, und ich sehe, es geht nicht (oder kaum), wenn man nicht ein Glanz ist, dann will man eben wenigstens das Beste, wenn es denn die Bürgerlichkeit sein soll. Solange man dieses Beste nicht gefunden hat, irrt und pendelt man herum zwischen den Polen, zwischen Größenwahn und Kleinsucht, zwischen Einsamkeit und Donjuanismus, zwischen allen Optionen und keiner wirklichen. »Es gibt keine Antworten, nur Alternativen.« Oder wie Marilyn Monroe gesagt hat: »Karriere ist etwas Herrliches, aber man kann sich in einer kalten Nacht nicht an ihr wärmen.«


Prominente sollten keine Kinder bekommen, denn sie sind auf immer gezeichnet. Wayne Carpendale wird nie etwas anderes sein als der Sohn von Howard. Am Schlimmsten ist es, wenn die Promisöhne und die Promitöchter aussehen, wie ihren Eltern aus dem Gesicht geschnitten. Man denke nur an die Söhne von Helmut Kohl.

Wann hast du aufgehört zu erröten, wenn du dich mit deinem Pseudonym vorgestellt hast?
Der endlose Beginn. Verlassene Kirchen. Vielleicht sollte ich aufhören, Nachrufe zu lesen.

"Frantz": der beste Ozon, seit es ihn gibt. Schöner Film, der mich auch über eine Reise nach Quedlinburg nachdenken lässt. Es gäbe viel mehr dazu zu sagen, aber das braucht Zeit.

Er lag neben einer leibhaftigen Kuh. Die Kuh atmete. Sie schlief. Sie war wulstig und feist. Oder war das noch ein Teil des Rauschs? Unklar.


In Evidenz nehmen. Es gab eine Situation, da hätte ich am liebsten das Display meines Handys fotografiert. Ging aber nicht.

"Es macht mich traurig, dass ich nicht mit Ihnen vögeln darf."
"Bleibt zusammen, bis ihr euch versteht und liebt."

"Sehen Sie, Richard ist nicht allein - er lebt in einer Welt voller Aufsteiger, in der man sich wie ein Versager fühlt, wenn man nicht ebenfalls aufsteigt. In einer Welt, in der es nur um Reputation geht. Sie sind ein älterer Mensch (...) und Sie wissen nicht, wie es ist, heutzutage jung zu sein. (...) Es ist wahrscheinlich lange her, dass Sie Kontakt mit Menschen hatten, die noch nicht fest in ihrem beruflichen Leben verankert sind. Sie wissen nicht, wie es ist, wenn man in einer Welt, in der Reputation alles bedeutet, seine Reputation noch nicht gefestigt hat."
Ph. Roth: Exit Ghost, S. 133

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