Donnerstag, 27. Oktober 2016

Eine Liebe im Krankenhaus

Sie malte irgendetwas Großformatiges. Irgendetwas mit Fischen, die in einem pinkfarbenen Wald schwimmen. 

Simprobleme
Ladeprobleme
Displaybruch

Food is pleasure. I like to eat and I eat almost everything except of bananas and (...) toast hawaii. Gefühle auf Englisch, klingt alles ein wenig besser, glatter, straighter, unerschrockener. "Work hard, eat well." Na ja.

Meet me by the water, I am here until December, but I am free to date. I can sit at the Spree and have a drink or two, I have a boyfriend at home, but don't worry, I can absolutely control my emotions

Research and stalking


Man müsste alles flachlegen, was herumläuft, man müsste alles zerstören, was steht und kein Leben gefährden dabei, diese Sorte Gedanken hatte ich, während Jason bei Linda den Faden wieder aufnahm und mir ein hinterlistiges Lächeln schenkte. Ich lächelte falsch zurück, während er unerhörte Dinge in ihr Ohr flüsterte. Er hielt sie mächtig bei der Stange, sprach Weises, kam mit den richtigen Meinungen und Einsichten, sie sah schon ganz erlöst aus. Ich malte mir aus, wie sie Wetten abschlossen, wie sie um körperlichen Einsatz Spiele spielten. Ich malte mir aus, wie sie dem Barmann ein Zeichen gab, um sich in einer hinteren Ecke der Bar auszuziehen und sich auf seinen Schoß zu setzen.

»Ich kann sie über den Trumeau sehen.«
»Sie trägt keine Unterwäsche.«

Er rückte dichter heran, sie wehrte sich nicht. Sie wehrte sich nicht, rückte aber ein bemerkbares Stück von mir ab. Ihre Haut sah sehr gut aus. Eine Haut wie aus Zucker. Jason streckte die Hand aus und berührte sie. Sie lächelte wie unbeteiligt, drehte dann ihren Körper leicht in seine Richtung. Endlich kamen süße Sätze aus seinem Mund, während sie leise mit ihrer Halskette spielte. Sie lächelte ihn erfreut an und öffnete die Lippen, und für einen Moment stellte sie die Beine auseinander.

»Das geht aber nicht«, sagte sie, als Jason sich in Stellung brachte. »Ein Kuss könnte uns umbringen.«
»Wir haben uns schon mal geküsst«, sagte er.
»Das kann nicht bewiesen werden«, sagte sie.

Nestbau. Szenen einer intellektuellen Ehe. Dumm nur, dass ich aus Erfahrung nicht mehr an langfristige Konzepte glaubte, auch wenn meine so genannte Seele und mein so genannter Körper merklich anderes forderten. Ich schwankte zwischen Schmerz und Trost und baute mir Lust- und Luftschlösser am Rande des Zentrums. Ich dachte an den ungenauen blauen See, den die Alleinerziehende als Augenfarbe trug. Ich dachte an Architektur und Rückzug. Berlin, Stadt der Einsamkeit. Einsamer nie als in dieser Stadt. Dabei war ich schon in anderen Städten einsam gewesen. Der Unterschied war, dass es sich nicht mehr so schlimm anfühlte; aber ich verbrachte zu viel Zeit mit mir selbst, drinnen wie draußen. Ich wohnte aus ökonomischen Gründen hier. Die Basis dafür wurde sukzessive unterlaufen. Es wurde teurer in der Stadt. Die Stadt stellte auch zu deutlich Klischees aus. Sie bildete Ghettos; und auch wenn sich diese Ghettos vermischten, das eine Ghetto ins andere lief, überlief ins nächste, waren sie anhand ihrer Bewohnerinnen und Bewohner leicht zu erkennen; mit Ausnahme des alten, in den letzten fünfundzwanzig Jahren vergessenen Westens. Da löste sich die Welt auf. Rentierliche Bauten, leer stehende Kirchen, umgenutzte Kirchen, verlassene Kirchen, und in der Küche ein zu Schlagermusik nackt kochender Mann. Die Bedeutsamen standen auf dem Schulhof und spielten Tischtennis. Ein Leichenwagen kreuzte. Er war kaum als solcher zu erkennen, und irgendwie sah er sogar leer aus. Einen Trauerzug habe ich in dieser Stadt noch nie angetroffen. Es war, als ob der Tod unsichtbar wäre. Unsichtbar gemacht. Und ich wusste, wie Trauerzüge aussehen, ich habe in meiner Jugend in der Nähe eines Friedhofs gewohnt.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen