Dienstag, 6. September 2016

Dauerstrom

Ein 87-jähriger Drogentoter. Reden wir von dem Schmerz, oder reden wir lieber nicht davon. Es ist auch nichts.

"Sich zu etwas zu zwingen, was man nicht möchte, macht langfristig nur unglücklich", sagt der Ernährungswissenschaftler.

Der Supermarktkassierer fixierte mich, strenge Augen, unter denen ich debil mit Kleingeld hantierte, ich war auch wieder einmal so groß in diesem Supermarktkassenspiegel über mir, vor mir, und dann sah ich meinerseits eine schöne Frau an der gegenüberliegenden Kasse.

Private Farben, eine Katze namens Helmut. Man hat uns zusammen im Supermarkt gesehen, gestern abend. Dabei waren wir schneller als das Licht, Helmut und ich.

Hart sein, verhärtet sein, also: weich werden.
Doof, auch selbst wieder nur eine Modeerscheinung zu sein. (Schriftsteller schreiben über ihre Krankheiten und/oder Neurosen.)
Eine Frau eine Frau sein lassen und sie nicht durch Beschreibung killen.
Eine Leselampe kaufen, ein Reise-Scrabble.
Meine karge Kindheit.

September 2006:
2.9. Ankerklause. 3.9. Dresden Dolls im Magnet Club, Lombardo. 5.9. Kino: Working Man's Death, Vor Wien. 6.9. PK Ballsaal Naunynstraße, Willy Bresch. 7.9. Kinski. 8.9. Lombardo. 11.9. Ankerklause. 12.9. Ivw. 15.9. Felix Kubin im Ballsaal Naunynstraße. 16.9. San Remo, Bateau Ivre. 17.9. Gustav, J. Forrest im B. Naunynstr. Möbel Olfe. 20.9. Psapp u.a. im Maria. 21.9. Berliner Dom, Lombardo. 22.9. Long Blondes im Lido. 23.9. Ivw. Long Blondes. La Rayuela, Mysliwksa. 25.9. tazcafé, Ankerklause, Club 49, Bar 11. 30.9. Café Kreuzberg (U.B.), Ringo.

Ein schwankendes Regal, eine fortschreitende Lustlosigkeit. Fünf Tage Arbeit, angenehm, aber durchaus stressvoll, und die Physiotherapeutin immer noch im Urlaub, gleich geht es dem Nacken und der Schulter wieder schlechter. Das zweite Jahr des Körperklaus.

Wieviele Tage für Krankheit, Unwohlsein, Schmerzen so draufgehen. Gestern sagte ich: Ich bin irgendwann 1996 eingeschlafen, nach meiner Zwischenprüfung in Germanistik, auf der Beerdigung meines Großvaters, und bin im Grunde erst 2006 wieder aufgewacht, aber vielleicht stimmt auch hier die Zeitrechnung nicht.

Im Traum beinahe von einem Tiger angefallen worden, der von seinem Herrchen frei laufen gelassen wurde. (Es war aber kein Tiger, sondern eine Löwin.) ("Sie können doch nicht einfach Ihren Tiger so frei herumlaufen lassen!" - "Der tut nichts, der will nur spielen.") Danach in einer Autobahnraststätte gerastet, irgendwo in "Stán", vielleicht in Bayern auf dem Weg nach Ungarn oder der Tschechischen Republik. Ich saß neben einer Frau, die ich um Auskunft fragte, und der ich zuerst über die Arme strich, was sie gewähren ließ; also strich ich ihr auch über die Beine, über den Bauch, schließlich über die Brüste (was wegen ihres knappen BHs nicht so funktionierte und dann auch ihren Protest hervorrief: Ich sei gerade einem Tiger ausgewichen, sagte ich entschuldigend, das hätte mich wohl mutig gemacht). Daraufhin saß ich plötzlich einem jungen Mann gegenüber, der Anstalten machte, mich mit seinem Tellergericht zu füttern (ich wehrte mich zuerst, nahm aber dann doch an: weiches Fleisch, Gulasch).


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen