Samstag, 17. September 2016

Aerdt

Sie laufen durch transparente Röhren, sie laufen an Lupen vorbei
Sie schießen mit Blendgranaten
Sie schlafen in Sechs-Bett-Zimmern auf 20 Quadratmetern

Straßenschlachten abseits der Straßen
Entwicklungsdiktaturen, militärische Landschaften
Die digitale Abwehr kommt nur langsam voran
Solidarität als Praxis, untragbare Zustände, und Bild enthüllt die Gagen

Und oh ja, offenporig
Und oh ja, atmungsaktiv
7-Zonen-Kaltschaummatratze
Von Aitona nach Aerdt



Ich kann keine Absagen mehr sehen. Ich ertrage sie nicht mehr. Ich ertrage es nicht mehr, dass Dinge, Texte, Gesten, die ich anbiete, abgelehnt werden. Ich ertrage Ablehnung nicht mehr. Ich ertrage es nicht, dass man in der Position des Bittstellers steckt und abgewiesen wird. Ich ertrage keine Abweisung mehr. Es muss eine neue Technik her. Es muss eine neue Strategie kommen.

Manchmal reicht schon ein Duft. Ein Frauenduft, ein Duschgel, ein frisch riechendes Deodorant. Und die Luft draußen, die für manche bereits nach Herbst riecht, für mich jedoch nach Sommerurlaub, nach Aufbruch, nach Ferien, nach irgendetwas mit Romantik.

Eine Nacht im Voraus. Ein Ort irgendwo anders.



Müde.

Uh.
Wenn du nach Liebe suchst, folge mir nicht.
Dieses Haus steht unter Arrest.

Grillsicherheit
auf mehr oder weniger ausgedachten Reisen
mit einer imaginären Freundin

Einen imaginären Freund hat man mit circa sechs. Ich hatte auch einen. Oder mehrere. Einer war mein imaginärer Bruder, den ich damals noch nicht hatte, aber er trug schon denselben Namen. Andere waren tatsächliche Klassenkameraden, von denen ich mir vorstellte, dass sie an meiner Seite waren.

Eine imaginäre Freundin hat man mit Anfang dreißig oder so. Man erfindet sie, weil man es leid ist, zu erklären, warum man schon so lange Single ist oder nur Affären hat oder nicht an Beziehungen glaubt oder Liebeskummer hat wegen der die einen verlassen hat. Man muss dann aufpassen, dass man bei den Namen bleibt. Und dass man die Namen mit irgendwelchen Geschichten füllt.

Ich vermisse die Dritte, die eigentlich die Erste war.
Ich war dem, was ich wollte, schon recht nahe. Es war eine verzerrte Version des erwünschten Zustands. Die Zweite und die Dritte, die jetzt die Eine und die Andere waren, waren verzerrte Versionen einer Vierten (nicht: der Ersten), die ganz meinem Typ entsprach. Die rosa Münder, die Hingabe, die Brillen, die Röcke.



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