Samstag, 13. August 2016

Stoptrein

Bilder aus Rotterdam.
Mutter sagt: Von der Wiege bis zur Bahre/ Formulare.

Im Stoptrein naar Zevenaar geht vor mir eine junge, stattliche Frau, sie lächelt mich an, als sie in der Wagonzwischentür im Weg steht, ich berühre sie am Arm, ein-, zweimal. Dann stehen wir hintereinander, fortan blicklos, ich hätte eine Unterhaltung anfangen sollen, habe ich aber nicht. Ich habe Muttern im Rücken. Keine gute Situation für einen Flirt.

Situationen, Begegnungen wie diese. Ich habe mich immer darüber gewundert, wie festgemacht, wie in ihre Leben eingesperrt die meisten Menschen sind. Es gibt keine schnellen Flirts, keine schnellen Körperlichkeiten, alles geht, wenn, dann langsam, man muss ein ganz neues Bezugssystem lernen, bevor man zum Zuge kommt.

Die Geschwindigkeit des Regens, sie liegt genau zwischen zwei Stufen des Autoscheibenwischers.


Alles wird in Flammen stehen.
Ein Pfannkuchenboot (Pannekoekenboot) fährt vorbei.
Essen als Abwehr, Essen aus Abwehr. Immer, immer essen. Süßes, Chips: legale Drogen.

Versuch über das Verschwinden. X. ist wieder einmal untergetaucht. Verschwindet in Arbeit, in anderen Zusammenhängen. Tagelang höre ich nichts von ihr, wochenlang sehe ich sie nicht. Als ob sie mir ausweicht. Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein. Irgendwann kommt eine meist kryptische Nachricht. Vielleicht steckt aber auch sie einfach nur in ihrem Leben fest. (Noch weiter ausführen, für Roman.)

Es ist lächerlich. Als ob die Islamsierung tatsächlich das oder auch nur: ein Problem wäre. Die Probleme sind ganz andere. Die Rede von der Islamisierung ist nichts weiter als die übliche Verblödung. Aktiv und passiv.


Ein allerletztes Problemgedicht:

Albufeira


Sonne und Revolution, alte Konzepte
und Räume, die in der Erinnerung viel größer waren
Mach die Augen auf nach dem Sieg
wird es schwerer und weinen geht nur bei Gegenwind
Aber jetzt möchte ich einmal absehen von mir
 

Das Drama war eine Nebensächlichkeit
Egoismus und Verzweiflung, ein Abschlussbericht
von der Deep-Throat-Konferenz, mitten im Gefecht
des Nachts vor der Verführung, immer noch kriegslüstern
ein Dämon namens Liebe

Ich würde diese Wunschkonzerte gern leiser drehen
die Maschinen kalt abspritzen, abdämpfen
die Binnenwahrheiten, das tägliche Mantra
die Vorgänge, die beobachtet werden
Am Rande des Kais standen kleine Ölbäume


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen