Freitag, 8. Juli 2016

Multidimensionale Strähnchen

Sex und SPD (Zitatmontage):

"Gleichzeitig staatstragend und dagegen zu sein, ist nicht einfach. Die SPD ist nie wirklich in der Macht angekommen. Ihr Ursprung liegt in der Arbeiterbewegung, sozusagen in sozialrevolutionären Quellen. Deshalb hat sie (...) das Problem des Unterlegenen. Sie nimmt die Position des rebellischen Kindes ein."

"Wenn in der Beziehung etwas nicht stimmt, zieht die Frau sich (...) sexuell zurück, der Mann zieht sich emotional zurück. (...) Der männliche Pol muss sich entladen, beim Mann sexuell und bei der Frau über das Gefühl. Deswegen werden Männer sexuell übergriffig und Frauen emotional übergriffig. Frauen erleben oft das erste Mal ein unvoreingenommenes Annehmen ihrer Liebe, wenn sie ein Kind stillen. Männer erleben Erfüllung, wenn sie sich in der Sexualität ganz und gar angenommen und gewollt fühlen."

"Bei den Politikerportraits (...) ist mir aufgefallen, dass diese Menschen in sich ruhen. Sie stammen aus geordneten Verhältnissen, haben einen bildungsbürgerlichen Hintergrund (...) Bei der SPD gibt es viel mehr gebrochene Lebensentwürfe. Sie kämpft viel stärker um Anerkennung als die CDU."

"Indem wir die Ekstase (...) tabuisiert haben, versuchen wir uns durch den andern Pol (...), den Schmerz, intensiv zu spüren. Schmerz ist in unserer Gesellschaft nicht verpönt, Ekstase schon. Die große Herausforderung (...) wäre: Fülle aushalten. Also Ekstase. Aber das ist viel schwieriger, als wir denken. Wir flüchten lieber in unsere Komfortzone des Leidens, das ist bekannt und sicher."

"Unsicher, nervös und zerrissen. Sie ruht nicht in sich selbst. Diese Partei handelt nicht mehr von einer festen Basis aus. Deshalb ist sie auch so abhängig von Erfolgen."

In die Irre geführt

Ins Hotel, ins Stundenhotel: Ging es darum, nur irgendwo unterzukommen? Aber was wäre der Preis für die Übernachtung? Benutzte ich meine Freundin nur für (in dem Fall logischerweise kostenlosen) Sex? (Von manchen Frauen gern benutzter Vorwurf: "Bestellen einer Gratis-Nutte", wenn man nur am Körperlichen, nicht jedoch am Emotionalen interessiert ist. Als ob sie selbst nichts vom Körperlichen hätten und es nicht bräuchten.)

Traum: Mit E. in einem Einkaufsviertel unterwegs, irgendwo in einer Oberstadt. Wir verirren uns. Wo jetzt lang? Ich sage: Lass uns mal hier probieren, ein Zugang zur nächsten Ebene. Ich versuche mich zu orientieren, schaue mich um: und stehe unvermittelt alleine da. Kurz suche ich nach ihr, aber da sind einfach zu viele Menschen. Sie ruft mich an: Ich hätte doch wissen müssen, dass hier so viel los ist, und dass sie sich in Menschenmengen nicht wohlfühlt, o.ä. Diesmal aber antworte ich: Dass das so nicht gehe, dass sie nicht sofort mit einem Vorwurf kommen könne, statt eine Erklärung zu liefern, statt einer Entschuldigung für ihr plötzliches Verschwinden, ansonsten könne sie mich mal, es gehe schließlich auch ohne sie.



Ich wäre dann soweit, sagte sie im Türrahmen. In schwarzer Unterwäsche. Dass es so etwas noch gibt! Dieser und ähnliche flüchtende Gedanken. Moralische Instanzen meldeten sich an der Handlungsbehörde an. Wurden rasch abgewiesen oder in Warteräume verfrachtet. Sie nahm den Push-up ab. Wir wechselten ins Schlafzimmer. Musik fehlte, aber der Raum war gut temperiert. Jetzt aber los! sagte sie und klatschte in die Hände. Ein dummer Satz, der sich aus ihrem Mund wie eine göttliche Wahrheit anhörte. Wir stellten uns für eine Pose neben das Bett und küssten uns. Ich mochte es, wie sie sich strecken musste und auf den Zehenspitzen stehen, um meinen Mund zu erreichen. Ich war nur froh, ihre leuchtenden Augen im Dunkeln als Orientierung zu haben. Ihre feine, helle Haut, und die Wärme, die sie ausstrahlte. Dann ging es los.

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