Sonntag, 19. Juni 2016

Die Sekretärin meines Herzens

Ein Kirchenchor auf dem Weg durch die Zwischenebene. Eine Altstimme setzt an, der halbe Chor stimmt ein. Ein Choral auf dem Weg zwischen zwei U-Bahnstationen.

Diese Bilder gehören nirgendwohin.

Eine Gruppe Gebärdensprachler beschließt, einen Chor zu gründen.
Auf Kommando simultane Handbewegungen.


Der lange Weg zur Bourgeoisie, man lädt sich zum Essen ein, man redet über Kinder, man fährt mit dem Taxi nach Hause. Goch, was ist das schon! Ein niederrheinisches Kaff, eine verregnete Gegend. Ich dachte mit Wehmut an Lisa. An die Vergeblichkeit meiner Bemühungen. An die verflixte Sehnsucht. Stoppt das eine Problemrad, setzt sich ein anderes in Bewegung. Ich malte mir aus, wie ich ihr sagen könnte: »Ich liebe dich. Aber mach dir keine Sorgen, das hat nichts zu sagen.« (Als ob meine Liebe gänzlich unangemessen, eine mögliche Belastung für sie sein könnte. Aber so war es ja auch.) Sie nickte so halbtraurig und ich küsste sie.

In der Wirklichkeit schrieb ich ihr eine Nachricht, was man zu dieser Uhrzeit nicht mehr machen sollte, verließ die Party und stieg in ein Taxi. Es roch seltsamerweise nach ihr, nach einer Mischung aus Zigaretten und einem undefinierbaren Parfum, irgendetwas schwer Süßliches; im Radio lief eine von einer alten Diva gesungene Version von »Satisfaction«, ich fuhr einsam und geschlagen nach Hause. Da ich noch nicht richtig müde war, sondern überdreht, schaute ich fern, um herunterzukommen. Drei Männer betraten eine Wohnung und zogen ihre T-Shirts aus. Sie waren babyblau, mädchenrosa und einfach schwarz mit Aufdruck: DEPPEN WERDEN DEPPEN SEIN. Ich schmunzelte, stellte den Fernseher ab, entkleidete mich. Wild entschlossen schlief ich ein.



Die Adria
Die Nordsee
Das Mittelmeer
Der Ärmelkanal
Die Ostsee
Die Ägäis
Der Atlantik
Das tyrrhenische Meer

In einer feuchtwarmen Nacht, als
sie sich aufrecht bewegte, mit glühenden Beinen.
mit dem Motto: Frau werden

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