Montag, 9. Mai 2016

Hirnis auf Booten

Hilfloses Suchen nach Bildern.
Ich lasse mich nur noch mit Cumshots bestechen.

Ich probiere etwas mit Männlichkeit. Warum trägt sie keinen Ring? Doch sie trägt einen. Aber ist das nicht der falsche Finger? Sie trägt ihn am Mittelfinger! Und schau, ein Ehering ist das sowieso nicht. Der Ring ist nicht gülden genug, und er hat einen Stein! Du hast vergessen, sie zu heiraten. Sie gehört auch einem anderen inzwischen. Oh weh! Wie konnte ich das vergessen! Wieso ist sie nicht die Meine? Sie sollte es doch sein! Ja, ach.

Das Wiener Vereinigungsmaß.

Sicherlich hat sie auch irgendeinen Fehler. Sie lügt dich an, weil sie denkt, dass die Wahrheit dir nicht zugemutet werden kann. Ist es das? Ist das der Grund? Das macht doch alles nur noch schlimmer! Man soll die Wahrheit sagen, so hart sie ist! Alles andere ist doch nur feige! Sagst du immer die Wahrheit? Nein, bestimmt nicht, aber ich lüge nicht, um irgendwen zu schonen.

Diese Bitch. In Wahrheit ist dieses Verhältnis schon viel zu lange gegangen. Schon viel länger. Warum hat sie nicht früh genug irgendwelche Konsequenzen gezogen? Was sollte das? Und richtig, die Turnschuhe. Wie so viele Frauen trug sie die falschen.


Ein etwa achtjähriges Mädchen kam mit blutverschmierten Händen aus einem Hauseingang. Blut tropfte in Zeitlupe auf den Gehsteig. Das Mädchen schüttelte die Hände aus; das Blut tropfte etwas schneller. Ungefähr zehn Meter entfernt standen fünf, sechs Jugendliche in mit japanischen Schriftzeichen bedruckten Trainingsjacken vor einer Fahrschule. Das Mädchen strich sich die Hände an ihrem Parka ab, hockte sich auf den Treppenabsatz, spürte die Kälte des Betons, zupfte an ihren Ärmeln und schaute ins Nichts. Irgendetwas tat dumpf weh. Bald näherte sich das Geräusch einer Sirene. Die Jungen in den Trainingsjacken verschwanden in die Fahrschule, um auf eine weiße Tafel zu blicken und die Verkehrsordnung zu lernen. Auf der anderen Straßenseite saß ein einzelner Jugendlicher in schwarzer Kluft mit günstig erworbenem Flaschenbier in der Hand und sah vor sich hin. Da gehört ein Hund dazu, dachte Dilara dünn, aber der Hund war vielleicht schon ausgebüchst.


Ein Geruch nach Seife.
Gegenlichtig.

Sie ruft mich an, obwohl sie kein Guthaben mehr hat. Das bedeutet, dass ich nichts höre. Die angezeigte Nummer ist mir unbekannt, aber keine Handynummer. Sie entspricht nicht der, die ich von ihr gespeichert habe. Ich rufe zwei-, dreimal "hallo" in das Nichts. Dann lege ich auf und rufe zurück. (Wieso gibt es noch kein neues Wort für "auflegen"? Man legt ja nicht mehr auf, de facto.) Sie erklärt mir, dass sie anrufen kann, aber nicht mehr telefonieren. Sie wartet dann auf den Rückruf.

Ich gehe zu ihr und umarme sie zur Begrüßung. Sie ist weich wie ein Stofftier. Sie versucht, jeder Geschichte, die sie erzählt, einen komischen Drall zu geben. Sie riecht nach Seife und hat die falschen Turnschuhe an. Sie traut sich nicht mehr auf den Balkon, weil da Spinnen sein könnten, und vor Spinnen hat sie Angst. Das bedeutet, dass ihr Balkon ein einsames Dasein fristet und zunehmend verdreckt. Ein Paradies für Spinnen! Es ist ihr egal. Sie sammelt Zeitungen (wie Vivian Meier), die sie im Zimmer stapelt. Ein Fenster hat sie bereits zugesammelt, sie kommt nicht mehr an das Fenster heran, um es zu öffnen. Es staubt mächtig in ihrer Wohnung - die ich mitten in der Nacht verlasse, weil ich keine Luft mehr bekomme und so nicht schlafen kann. Ich habe eine Stauballergie.


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