Sonntag, 1. Mai 2016

Futtersensibel

Heute begegnet dir dein Traumtyp, sagt sein Horoskop. Aber an diesem Tag begegnen ihm nicht viele Frauen. Da kommt eine, die ein hellbeiges Kostüm und einen Geigenkasten trägt. Sie hat einen Termin im Pfarramt. Brille, strenge Frisur, zurückgekämmt, mittelblond, Zopf. Sie ist durchaus weiblich, ohne übergewichtig zu sein.

"Nackt gefällst du mir besser. Das steht dir besser als diese Kleidung."
"Wie bitte? Was soll das denn heißen?"
"Du weißt dich nicht zu kleiden. Du hast keinen Stil."

Dann fiel ihm wieder ein, wie Flirten eigentlich geht. Er hatte es lange vergessen.

Dieses Fenster scheint beschäftigt zu sein.

Eva im Zuckerland. Wenn Eva zelten geht, macht sie Glamping. Eva probiert eine Nulltherapie, mehr oder weniger erfolgreich.
Ihre Turnschuhe gefallen mir nicht.

Es gibt eine Elektronikfirma namens Brennenstuhl. Das fand ich lustig.


Als es ihnen langweilig wurde auf dem grünen Hügel, zogen sie zurück in Richtung Stadt. Der Gehsteig unter ihnen sang unscheinbare Melodien. Vielleicht sang der Gehsteig die Frequenzen der Planeten nach. M. hatte ihn als grau in Erinnerung. Graues, tonloses Pflaster. Aber er war hellblau, jetzt. Hellblau und singend.

Sie suchten eine Trinkstation auf, ließen sich Wasser und neue Präparate geben, staunten eine ehemalige Kirche an, die die Form eines Schiffs angenommen hatte. Ein langgezogenes Vorderdeck, das von einem Mäuerchen umrahmt war. Im Hintergrund spielten Kinder, und es war, als ob sie auf einer oberen Frequenz mit ihnen korrespondierten. Sie gaben ihnen Signale. Nur, was diese Signale bedeuten sollten, wurde nicht klar. Die Welt, die Gegend hatte sich in weiche Atome aufgelöst. Die Welt war zu einem Bällebad geworden, einer Bällewelt, wie in diesen Kinderwelten altmodischer Einrichtungshäuser.

Eine Bläue, die langsam sank. Dick und weich.


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