Donnerstag, 5. Mai 2016

Das Feste der Liebe

Gibt es linksdrehende Planeten? Gibt es ein linksdrehendes Sonnensystem? Oder dreht sich alles rechts rum? Warum? Was ist mit den Ringen des Saturn, sind die fix? Oder drehen die sich auch um sich selbst?

Niederlagen
Es geht immer noch darum, Frustrationstoleranz zu üben. Wenn ich mit den Brüdern und Schwestern dieser Welt teilen soll, muss ich erst wissen, wie ich Niederlagen verschmerzen kann.

"Je erfolgreicher man ist, desto seltener ist man zu Hause."

Seine Niederlagen aufzuschreiben, kommt gerade in Mode. Erfolgreiche Männer schreiben die Lebensläufe ihrer Niederlagen. In dem Sinne habe ich auch wieder zwei äußerst unerfolgreiche Tage verlebt. Gestern im Grunde komplett zu Hause geblieben. Auch heute geht es nur ein wenig nach draußen. So schön es da auch sein mag.

Auschecken: Oliver Kluck.


Ein Verwaltungsangestellter leidet unter der Trennung von seiner Frau. Zurück auf dem Markt, sieht er, dass seine Chancen inzwischen erheblich gesunken sind. Woran liegt's? An seinem zurückweichenden Haaransatz? An seiner Wampe. Er ist ein Fleischberg, so sieht es aus. Er beschließt, sich eine Diätberaterin heranzuholen. Die Diätberaterin und er arbeiten gut zusammen. Er nimmt innerhalb weniger Wochen bis zu 20 Kilo ab. Er fühlt sich pudelwohl, treibt Sport, es geht beruflich aufwärts. Sie verlieben sich. Was er nicht weiß: Die Diätberaterin ist manisch-depressiv. Er hat sie in einer manischen Phase kennengelernt, er war so von ihrem Enthusiasmus begeistert, jetzt klappt sie allmählich zusammen und phantasiert von Selbstmord. Ein Freund ruft an und erklärt ihm, was er machen soll. Einweisung, Eintaktung, usw. Als seine Freundin, die Diätberaterin, auf der Geschlossenen ist, trennt er sich, bricht den Kontakt ab. Danach beginnt er wieder zu essen.

Nähern wir uns vorsichtig dem nächsten Gedicht. Ich habe ein langes Gedicht von Ben Lerner in der Übersetzung von Steffen Popp gelesen, das mich sehr beeindruckt hat. Es war eine Art Theorieaufsatz in Gedichtform. So etwas maße ich mir natürlich gar nicht erst an. Aber vielleicht sollte ich aus der Falle des sensiblen Songtexts in Gedichtform wieder heraustreten. Hier einmal Material für den nächsten Text, der in früherer Form schon mal irgendwo erschienen ist.

Ruhm, Freundin, Kohle ohne Ende 


Schillerndes Revers, gut abgehangenes Wetter
im Zug von Düsseldorf nach Köln, andere Orte

mit D schienen ungesichert, Dusche, Dortmund
Das Event, ausgeholt, abgefahndet, verursachte

Schmerzen im Empfinden, die Rufnummer
der Niveaupolizei, die emotionale Kontrolle

schlug Fehlalarme, Delirium, Dominikanische
Republik, die Welt eine einzige Buffering Zone

Aber was es war, ist unwesentlich, wir hatten
bloß geredet, und die Empfangsdame, Züge

von Eltern, siehe Früheres, als Breite, den Vorplatz
als Mitte beurteilt, bevor man uns Verwünschungen

vorhielt, diese scheiß Sehnsucht, den Hauptstadthass
Der Regen setzte wie Trommelfeuer ein, diabolisches

Antanzen, Nachteile von Stars, die Insel der Anderen
Du fantasierst weiter von Ruhm, Freundin, Kohle

ohne Ende


(Vielleicht muss zum Ende hin noch was rein.)
(Material:
nach eigenen Angaben Journalist in Berlin
alles wie im Fernsehen
Hipsterrealität)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen