Dienstag, 31. Mai 2016

Alles Feld

Passive Passion
Irgendwie sieht das wacklig aus
Trotzdem setze ich auf eine Re-erotisierung der Gesellschaft

Stimmt, hier war ich schon mal. Ich habe mit R., T. und B. hier gesessen, als ich neu in der Stadt war und die Dichter kennenlernen sollte. Ich saß später hier mit N. und dem mir unbekannten Eckhardt v. H., der schon damals wie ein zu groß geratener Klavierspieler aussah und mächtig stolz war auf die Gesundheitssendung, die er im Nachmittagsprogramm moderierte und die ich nie gesehen hatte. Im Inneren des Cafés habe ich mit K. gesessen, mit der ich über den Übernachtungsmodus verhandelte, mit S., mit R., die ich auf dem roten Sofa neben dem Eingang zum ersten Mal geküsst hatte, und mit ein paar anderen wahrscheinlich auch. Jetzt saß ich hier draußen mit S.B., und sie redete fahrig und schnell, und ich musste mich anstrengen zuzuhören, weil die Finninnen oder Schwedinnen oder Gott weiß woher sie kamen mit uns am Tisch so laut redeten über Gott weiß was und mir war kalt und ich wartete im Grunde nur auf das Abschiedssignal, von dem ich wusste, dass S.B. es bald aussenden würde, und gleichzeitig wunderte ich mich darüber. Früher hatte es immer Alternativen gegeben, vielleicht gab es auch heute Alternativen, á la wenn du mich nicht begehrst, dann begehrt mich eine andere, vielleicht war es auch nur, dass dieser Ort schon mächtig durch war und verloren an die Touristen.




Ab wann wurde mein Leben eigentlich so lächerlich?
Damals auf dem Casiotone-for-the-Painfully-Alone-Konzert
Die 1000-Euro-Wut
Das Schmatz und ich, zuletzt in der vorletzten Silvesternacht, sie trug einen Nike-Mini-Rucksack
Du sollst nicht begehren

Volition, Selbstregulation, Entspannung ist beautiful
Frustrationstoleranz üben

I sit here, I wanna sleep
Life is rich, sometimes too much
I wanna sleep, I sit here


Meine Eltern waren meine Eltern, und ich versuchte, die Wunden und Trümmer meiner Kindheit zumindest ihnen gegenüber, zumindest der Gegenwart gegenüber zu vergessen. Was nicht immer einfach war. Meine Mutter war ein labiles Nervenbündel, eine Frau mit narzisstischer Störung, die ihrerseits ein Mutterproblem hatte. Ein Mutterproblem hatte mein Vater schließlich auch zu bieten, und ein Narzissmusproblem ebenso. Gut, dass sie früh heirateten, gut, dass ich dabei herauskam, als Prinz ohne Regentschaft, als Erstgeborener mit zwei Elternteilen, die klassisch noch nicht zu einer freien, ungezwungenen, liebevollen, uneigennützigen Erziehung imstande waren.

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